From Rein theoretisch

Rein theoretisch: Denken in Systemen – Systemtheorie nach Luhmann

Niklas Luhmann begann 1969 mit der Entwicklung der sogenannten Systemtheorie. Sein Ziel war es, mithilfe der Theorie sämtliche Bereiche der modernen Gesellschaft zu beschreiben und in ihrer Struktur zu verstehen (vgl. Rastelli 2008). Insgesamt arbeitete Luhmann im Zuge seines Forschungsprojekts Theorie der Gesellschaft fast 30 Jahre an dieser Theorie. Die Systemtheorie ist schon länger in der Wissenschaft etabliert und gewinnt immer mehr Anhängerinnen, sowohl bei Soziologinnen, Psychologinnen als auch bei Kommunikationswissenschaftlerinnen (vgl. Berghaus 2011: 24). Die klassische Vorstellung von Systemen besteht dabei bereits seit dem 18. Jahrhundert (vgl. Milanova 2006). So arbeiteten mehrere Wissenschaftlerinnen unter dem Label ‚Systemtheorie‘, wie z.B.…

Rein theoretisch: Framing

Das Framing ist eine der jüngeren Ansätze der Kommunikationsforschung. In den letzten zwei Jahrzehnten hat es an Popularität gewonnen und gilt momentan als zentraler Forschungsbereich der Kommunikationsforschung (Matthes 2014: 12). Robert Entman, der als Pionier des Framing gehandelt wird, definiert dies in seinem Aufsatz von 1993 (52) wie folgt:„To frame is to select some aspects of a perceived reality and make them more salient in a communicating text, in such a way as to promote a particular problem definition, casual interpretation, moral evaluation, and/ or treatment recommendation for the item described.” Diese Definition wurde über die letzten 20 Jahre weiter verfolgt…

Rein theoretisch: Kultivierungshypothese

Im Kontext der Medienwirkungsforschung stößt man neben Begriffen wie Agenda Setting und Schweigespirale auch immer wieder auf die sogenannte Kultivierungshypothese, welche seit den 80er Jahren ebenfalls zu den meistbeachteten theoretischen Ansätzen der Medienwirkungsforschung gehört (vgl. Lücke 2007: 39). Diese seit Ende der 1960er Jahre vom amerikanischen Kommunikationswissenschaftler George S. Gerbner entwickelte Theorie besagt, dass häufiger Medienkonsum dazu führe, dass Konsumenten die reale Welt eher so wie die medial dargestellte Welt wahrnehmen (vgl. Kroeber-Riel 2013: 667). Dabei kommt der Theorie zufolge dem damals noch jungen, aber sehr erfolgreichen Medium Fernsehen neben der Familie und dem Freundeskreis die Rolle des Sozialisationsagenten unseres…

Rein theoretisch: Nachrichtenwerttheorie

Jeder, der sich innerhalb seines Studiums einmal mit Nachrichten beschäftigt hat oder selbst als Journalist tätig geworden ist, wird sicherlich auf den Begriff der Nachrichtenwerttheorie oder des Nachrichtenwertes gestoßen sein. Grundannahme der Theorie beruht auf der Selektion der Information durch Journalisten und Redaktionen, um sie auf den Veröffentlichungsrahmen des jeweiligen Mediums zuzuschneiden. 1922 beschrieb Walter Lippmann, Begründer der Theorie, in seinem Werk „The nature of News“ dieses Problem wie folgt: Egal wie lange alle Journalisten der Welt arbeiten würden, sie könnten nie alle Geschehnisse auf der Welt in ihrer gesamten Masse bezeugen und als Nachrichten an die Öffentlichkeit tragen (vgl.…