Filmtipp: Der große Gatsby

Dieses US-amerikanische Filmdrama, unter der Regie von Baz Luhrmann, erschien im Jahre 2013. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive der fiktiven Figur Nick Carraway (Toby Maguire), einem erfolglosen Autor, der in den 1920er Jahren ein Haus im Neureichenviertel West Egg in New York bezieht. Es ist die Zeit der Goldenen Zwanziger, die geprägt ist von lockeren Moralvorstellungen, Jazz-Glamour und Schwarzhandel. Auf der Suche nach dem American Dream wird Nick Nachbar des geheimnisvollen Millionärs Jay Gatsby (Leonardo DiCaprio), der in seiner Villa regelmäßig rauschende Feste gibt.

Auf der anderen Seite der Bucht wohnt Nicks Cousine Daisy (Carey Mulligan) mit ihrem untreuen Ehemann Tom Buchanan (Joel Edgerton). Gatsbys Villa und die darin stattfindenden Partys dienen lediglich dazu, die Aufmerksamkeit von Daisy zu erregen und sie zurückzugewinnen – sie und Gatsby verbindet eine gemeinsame Vergangenheit und eine tragische Liebe.

Zunächst als Außenseiter und schließlich selbst mittendrin beobachtet Nick die Welt der oberen Zehntausend, bestehend aus Illusionen, Romanzen und Täuschungen, was ihn letztendlich dazu inspiriert, das und diese unglückliche Liebe in einer Geschichte festzuhalten.

Die Verfilmung von Luhrmann basiert auf dem 1925 von Francis Scott Fitzgerald geschriebenen Roman The Great Gatsby, der heute zu den bedeutendsten Werken der amerikanischen Moderne zählt. Es handelt sich dabei um die fünfte US-Verfilmung dieses Buches. Trotz mehrfacher Auszeichnungen dieser Neuverfilmung reicht auch diese nach Meinung einiger Kritikerinnen nicht an Fitzgeralds Meisterwerk heran.

Dennoch gelingt Luhrmann, der in der Filmbranche auch als Bildermagier bezeichnet wird, meiner Ansicht nach das, was seinen Vorgängern bisher nicht gelungen ist. In seiner 3D-Verfilmung kreiert er ein atemberaubendes, knallbuntes Szenenbild und bleibt trotz des visuellen Wahnsinns im Kern den Absichten Fitzgeralds treu.

Dieser extrovertiert-rauschhafte Stil wird unter anderem durch die Kameraführung initiiert. Die Kamera befindet sich in ständiger Bewegung – rasend schwebt sie über die prunkvollen Anwesen, die Partygesellschaften der New Yorker Upper Class oder über die Skyline der boomenden Weltstadt. Diese Darstellungsweise spiegelt sowohl die lockere Moral als auch den Exzess der maßlosen Oberklasse in den Goldenen Zwanzigern wider. Zugleich erschafft der Regisseur dadurch eine Welt der Künstlichkeit und des Scheins, in der wahre Gefühle keinen Platz haben.

Luhrmanns Verfilmung ist sowohl ein Gesellschafts- als auch ein Liebesdrama, das an Fitzgeralds Roman möglicherweise nicht gebührend heranreicht. Dennoch überzeugt der Film mit einem farbenreichen Szenenbild sowie einem großartigen Soundtrack, der den Film durch einen erfrischenden Mix aus HipHop-Beats und rockigen Sounds auch auf auditiver Ebene bereichert. Die Zuschauerinnen erwarten fantastische Bilderwelten, eine gute Besetzung sowie ein Film über die großen Verheißungen, die großen Träume und die großen Hoffnungen des Lebens.

Anastasia Revitch

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