Messung von Agenda-Setting-Effekten

Eine empirische Untersuchung zur Auslandsberichterstattung der Hauptnachrichtensendung Tagesschau hinsichtlich Agenda-Setting-Effekten auf MuK-Studierende der Universität Hamburg

Innerhalb der Kommunikationswissenschaft bildet die Me d i e nwi r ku n g s fo r s c h u n g eine große Teildisziplin, deren Forscher ihren Fokus häufig auf gesellschaftliche Medienwirkungen legen. Diesen Wirkungen widmet sich auch das vorliegende Forschungsprojekt und will Medienwirkungen im Sinne der Agenda-Setting-Theorie nachweisen.

Die Theorie, welche in den 1970er Jahren maßgeblich von McCombs und Shaw geprägt wurde, gilt heute als einer der meisterforschten Phänomene in der Wirkungsforschung. Das Vorhaben konzentriert sich dabei auf die Untersuchung von Agenda-Setting-Zusammenhängen zwischen der Medienagenda der Tagesschau Hauptausgabe bezüglich ihrer Auslandsberichterstattung und der Publikumsagenda von MuK-Studierenden der Universität Hamburg. Dabei kam eine Kombination aus quantitativer Inhaltsanalyse und Befragung zum Einsatz.

Der Studie kommt eine plausible Relevanz zu, da sie sich im Rahmen gesellschaftlicher Medienwirkungen intensiv mit den Hauptnachrichten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks befasst. Sie sind nach wie vor eine wichtige Quelle für öffentliche und tagesaktuelle Information. Die Arbeit beleuchtet die wesentlichen Wirkungsmodelle und -konzeptionen der Agenda- Setting-Theorie und geht auf deren Weiterentwicklungen ein.

Der empirische Teil fokussiert sich auf die Beantwortung der zentralen Fragestellungen dieser Arbeit. Inhaltsanalytisch wird erhoben, welche Medienagenda in der Tagesschau Hauptausgabe hinsichtlich ihrer Auslandsberichterstattung im Oktober 2014 aufgestellt wird. Durch Befragungen wird geklärt, welche Publikumsagenda bei den MuK-Studierenden der Universität Hamburg in Bezug auf Auslandsthemen im November 2014 vorzufinden ist.

Die Auswertung der Ergebnisse zeigt deutliche Zusammenhänge zwischen der von der Tagesschau aufgestellten Medienagenda und der Publikumsagenda MuK-Studierender der Universität Hamburg. Es lassen sich signifikante Überschneidungen in der Rangfolge der Medienagenda der Tagesschau und der Rangfolge der Publikumsagenda der MuK-Studierenden feststellen und Korrelationen zwischen einzelnen Themen der Medienagenda und Themen der Publikumsagenda nachweisen.

Dies zeigt, dass die Tagesschau eine Agenda-Setting-Funktion besitzt. Die Ergebnisse werden theoretisch durch das Priorities-Modell der Agenda- Setting-Theorie gestützt. Um die zugrundeliegenden Prozesse gesellschaftlicher Medienwirkungen exakter zu klären, sollte Agenda-Setting in folgenden Studien stärker auf Mikroebene untersucht werden und individuelle Prädispositionen Berücksichtigung finden.

Jan Pries


Jan studiert Medien- und Kommunikationswissenschaften im Hauptfach mit Politikwissenschaften im Nebenfach. Seine Hausarbeit hat er im 4. Semester im Seminar „Theorien der Medienwirkung und Mediennutzung“ bei Sascha Hölig geschrieben.

Heute sagt Jan zu seiner Hausarbeit:

„Die Überlegung, dass Medien unsere Vorstellung von der Umwelt beeinflussen ist nicht neu. Dass ich dieses Phänomen mit einem eigenen Forschungsprojekt nachweisen konnte, finde ich spannend, zugleich macht es mich aber auch nachdenklich und die Themenagenden von Medien sollten stetig kritisch hinterfragt werden.“

Lieber Jan, viel Erfolg weiterhin und bleib StuZig!

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