Analoges vs. Digitales Compositing

Ein Vergleich anhand von Zelig und Forrest Gump 

Über den Unterschied zwischen analogen und digitalen Verfahrensweisen wurde bereits viel geschrieben. Das Thema scheint abgenutzt und überstrapaziert. Umso mehr verwundert, dass es, nach eigenen Recherchen, noch keinen Vergleich zwischen den beiden Filmklassikern Zelig und Forrest Gump gab.

Ersterer wurde 1983 von Woody Allen gedreht und erzählt die fiktionale Geschichte von Leonard Zelig, einem New Yorker Juden, welcher anscheinend einige der wichtigsten Persönlichkeiten der 20er und 30er Jahre trifft. Das Format ist jene einer Dokumentation. Interessant war die Tatsache, dass es vermeintliche Filmaufnahmen und Fotos gibt, in welchen Zelig, gespielt von Allen selbst, auf Partys, Veranstaltungen usw. zugegen ist. Das Prinzip wurde elf Jahre später (1994) von Robert Zemeckis in dem Film Forrest Gump ebenfalls umgesetzt. Auch dort spielt sich ein fiktiver Held durch die zu dieser Zeit wichtigsten zeitgeschichtlichen Ereignisse, dieses Mal über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten beginnend bei den 60er Jahren. Der Unterschied der beiden Filme: Leonard Zelig wurde mit komplett analogen, Forrest Gump mit digitalen Verfahren in das Archivmaterial eingefügt. Das zugrundeliegende Verfahren nennt man Compositing.

Um den Vergleich systematischer zu gestalten, wurde in der Arbeit die Aufmerksamkeit auf die Interaktion der verschiedenen Bildausschnitte sowie die allgemeine Ästhetik insbesondere unter den Begriff der „Nahtlosigkeit“ gelegt. Dieser theoretische Begriff ist von der Schweizer Filmwissenschaftlerin Barbara Flückiger sowie dem Russisch-amerikanischen Medientheoretiker Lev Manovich geprägt worden und will vereinfacht gesagt das Compositing als übergangsfreie Abbildung zweier unterschiedlicher Bildausschnitte sehen.

Die Arbeit ergibt, dass sowohl mit dem analogen, als auch mit dem digitalen Compositing-Verfahren mehr als zufriedenstellende Resultate kreiert werden können. Da jedoch das analoge Verfahren anfälliger bzw. im Nachhinein schwieriger abänderbar ist, kann man das digitale Verfahren vorziehen. Der zusätzliche Vorteil liegt hierbei in der Tatsache, dass nicht nur in der Filmindustrie mit der Methode gearbeitet wird, sondern auch in Werbung und sämtlichen anderen Sparten, wo Texte und Grafiken vorkommen. Dies verspricht eine ständige Weiterentwicklung der Technik. Die Filmemacher können sich mehr der kreativen Seite des Filmemachens widmen, was am Ende dem Zuschauer zugutekommt.

Alex Putzer


Alex studiert Medien- und Kommunikationswissenschaften im Hauptfach mit dem Nebenfach Politikwissenschaften . Seine Hausarbeit hat er im 5. Semester im Seminar „Visuelle Effekte im Film und in digitalen Medien“ bei David Ziegenhagen geschrieben.

Heute sagt Alex zu seiner Hausarbeit:

„Da mich das Thema sehr interessiert hat, fiel es mir leicht, lange und intensiv daran zu arbeiten. Der Vergleich zwischen analogen und digitalen Verfahrensweisen, besonders die Kreativität der Verfahrenstechniken, welche ich durch die Recherche untersuchen durfte, fesselten mich. Ob analog oder digital, mit genügend Mühe ist das Produkt immer sehenswert.“

Lieber Alex, viel Erfolg weiterhin und bleib StuZig!

Leave a comment